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Gewerkschaften Firmenliste Deutschland

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Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland verfügt über eine vielfältige Gewerkschaftslandschaft mit drei großen Dachverbänden: DGB (5,58 Millionen Mitglieder), DBB (1,3 Millionen) und CGB (280.000 Mitglieder).
  • Die IG Metall ist mit 2,26 Millionen Mitgliedern die größte Einzelgewerkschaft. Ver.di folgt mit 1,99 Millionen Beschäftigten.
  • Der Organisationsgrad zeigt einen kontinuierlichen Rückgang: von 34,2 Prozent (1960) über 21,3 Prozent (2000) auf 16,12 Prozent (2024).
  • Die Gewerkschaften sind im Grundgesetz Artikel 9 Absatz 3 geschützt. Sie verfügen über das alleinige Recht zum Abschluss von Tarifverträgen.
  • Firmenlisten deutscher Gewerkschaften dienen Arbeitnehmern zur Orientierung, Rechtsberatungsstellen für Unterstützungsangebote und Forschungseinrichtungen für Arbeitsmarktanalysen.
  • Die deutsche Gewerkschaftsstruktur folgt dem Prinzip der Branchengewerkschaft, nicht dem angelsächsischen Modell der Betriebsgewerkschaften.

Was sind Gewerkschaften?

Gewerkschaften sind Vereinigungen von Arbeitnehmern zur Wahrung und Förderung ihrer berufspolitischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen. Als zentrale Arbeitnehmervertretungen spielen sie eine unverzichtbare Rolle im deutschen Wirtschafts- und Sozialsystem. Ihre wichtigste Funktion besteht im Abschluss von Tarifverträgen mit Arbeitgebern oder Arbeitgeberverbänden. So handeln sie Löhne, Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen für Millionen Beschäftigte aus.

Die rechtlichen Voraussetzungen für Gewerkschaften sind klar definiert. Eine Organisation muss willens sein, Tarifverträge abzuschließen. Sie muss gegnerfrei und unabhängig sein sowie auf überbetrieblicher Grundlage organisiert werden. Zudem benötigt sie Durchsetzungskraft gegenüber dem sozialen Gegenspieler und eine gewisse Leistungsfähigkeit. Das Bundesarbeitsgericht prüft diese Tariffähigkeit in Einzelfällen. Gewerkschaften finanzieren sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, üblicherweise ein Prozent des Bruttoeinkommens. Das sichert ihre Unabhängigkeit von Arbeitgebern und staatlichen Stellen.

Die Koalitionsfreiheit ist im Grundgesetz Artikel 9 Absatz 3 verankert. Sie gehört zu den unveränderlichen Grundrechten. Dieses Recht garantiert allen Deutschen, Vereinigungen zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen zu bilden. Abreden, die dieses Recht einschränken oder behindern, sind nichtig. Diese verfassungsrechtliche Absicherung macht Gewerkschaften zu einem integralen Bestandteil der deutschen Demokratie und Sozialen Marktwirtschaft.

Wie viele Gewerkschaften gibt es in Deutschland?

Eine präzise Gesamtzahl aller Gewerkschaften in Deutschland zu nennen, fällt schwer. Die drei großen Dachverbände vereinen jedoch die überwiegende Mehrheit aller organisierten Arbeitnehmer. Der Deutsche Gewerkschaftsbund umfasst acht Mitgliedsgewerkschaften mit 5,58 Millionen Mitgliedern (Stand 2024). Der dbb beamtenbund und tarifunion vertritt 1,3 Millionen Beschäftigte. Der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands organisiert 280.000 Mitglieder in zwölf Einzelgewerkschaften. Die Zahlen verdeutlichen die starke Konzentration auf wenige große Strukturen.

Neben den Dachverbänden existieren unabhängige Spartengewerkschaften. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, der Marburger Bund für Klinikärzte, die Vereinigung Cockpit für Piloten und die Unabhängige Flugbegleiter Organisation haben sich bewusst außerhalb der großen Strukturen positioniert. Diese spezialisierten Berufsgewerkschaften weisen teilweise Organisationsgrade von bis zu 80 Prozent auf. Ihre Existenz zeigt, dass bestimmte Berufsgruppen maßgeschneiderte Vertretungen bevorzugen.

Die Mitgliederentwicklung offenbart einen besorgniserregenden Trend. Der DGB verlor seit 1991 kontinuierlich Mitglieder: von über elf Millionen auf 5,58 Millionen im Jahr 2024. Der Organisationsgrad sank von 34,2 Prozent (1960) auf 16,12 Prozent (2007). Besonders ausgeprägt war der Rückgang nach der Wiedervereinigung und dem Zusammenbruch der ostdeutschen Industrie. Trotz dieser Entwicklung bleiben Gewerkschaften wichtige Tarifpartner für Arbeitgeber. Sie sind zentrale Stimmen in der Arbeitsmarktpolitik.

10 der größten Gewerkschaften in Deutschland

Auswahl der mitgliederstärksten Einzelgewerkschaften in Deutschland, absteigend nach Mitgliederzahl sortiert: die acht DGB-Gewerkschaften nach der DGB-Mitgliederstatistik (Stand 31.12.2025) sowie zwei große Gewerkschaften außerhalb des DGB nach eigenen Angaben. Dachverbände wie DGB und dbb sind nicht aufgeführt; keine vollständige Rangliste.

Unternehmen Sitz Website Kurzbeschreibung
IG Metall Frankfurt am Main igmetall.de Industriegewerkschaft für Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie, des Metallhandwerks sowie der Textil-, Holz- und Kunststoffbranche. Laut DGB-Statistik mit 2.015.495 Mitgliedern Ende 2025 die größte Einzelgewerkschaft Deutschlands.
ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Berlin verdi.de 2001 aus fünf Einzelgewerkschaften hervorgegangene Gewerkschaft für Dienstleistungsbranchen wie öffentlichen Dienst, Handel, Gesundheit, Verkehr, Medien sowie Banken und Versicherungen. Laut DGB-Statistik 1.830.267 Mitglieder Ende 2025.
IGBCE – Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Hannover igbce.de 1997 durch Fusion entstandene Gewerkschaft für Beschäftigte in Chemie, Pharma, Bergbau, Energiewirtschaft, Kautschuk, Glas, Keramik und Papier. Laut DGB-Statistik 546.786 Mitglieder Ende 2025.
GEW – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Frankfurt am Main gew.de Bildungsgewerkschaft für Beschäftigte in Kitas, Schulen, Hochschulen, Forschung und Weiterbildung. Laut DGB-Statistik 274.532 Mitglieder Ende 2025, davon rund 72 Prozent Frauen.
GdP – Gewerkschaft der Polizei Berlin gdp.de Gewerkschaft für Beschäftigte der Polizeien von Bund und Ländern, eine der wenigen DGB-Gewerkschaften mit wachsender Mitgliederzahl. Laut DGB-Statistik 213.646 Mitglieder Ende 2025.
IG BAU – Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Frankfurt am Main igbau.de 1996 gegründete Gewerkschaft für Beschäftigte im Bauhaupt- und Baunebengewerbe, in der Gebäudereinigung sowie in Land- und Forstwirtschaft. Laut DGB-Statistik 186.731 Mitglieder Ende 2025.
EVG – Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Berlin evg-online.org 2010 aus TRANSNET und der Verkehrsgewerkschaft GDBA entstandene Gewerkschaft für Beschäftigte bei Eisenbahnen, im Nahverkehr und in angrenzenden Verkehrsbereichen. Laut DGB-Statistik 183.084 Mitglieder Ende 2025.
NGG – Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Hamburg ngg.net Älteste DGB-Gewerkschaft mit Wurzeln im 19. Jahrhundert, zuständig für Beschäftigte der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie des Hotel- und Gaststättengewerbes. Laut DGB-Statistik 181.765 Mitglieder Ende 2025.
VBE – Verband Bildung und Erziehung Berlin vbe.de Parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion für Pädagoginnen und Pädagogen von der Kita bis zur Sekundarstufe. Laut Unternehmen rund 164.000 Mitglieder.
Marburger Bund Berlin marburger-bund.de Berufsverband und Gewerkschaft der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte, der eigenständig Tarifverträge für Klinikärzte abschließt. Laut Unternehmen mehr als 150.000 Mitglieder.

Quellen: dgb.de, samuel-greef.de; Unternehmensangaben (Stand 2026).

Regionale Verteilung: Gewerkschaften nach Bundesland

Die regionalen Schwerpunkte der deutschen Gewerkschaftslandschaft konzentrieren sich auf die Hauptsitze der größten Organisationen. Berlin beherbergt mit dem DGB, ver.di, der EVG, der GdP und dem dbb beamtenbund die meisten Gewerkschaftszentralen. Die Bundeshauptstadt fungiert als strategischer Standort für die politische Lobbyarbeit gegenüber Bundestag, Ministerien und Bundesbehörden. Frankfurt am Main bildet mit der IG Metall, der GEW, der IG BAU und der GDL einen zweiten Schwerpunkt.

Bundesland Stadt Gewerkschaften mit Hauptsitz
Berlin Berlin DGB, ver.di, EVG, GdP, dbb, Marburger Bund
Hessen Frankfurt am Main IG Metall, GEW, IG BAU, GDL
Niedersachsen Hannover IG BCE
Hamburg Hamburg NGG

Diese geografische Verteilung erklärt sich durch historische Entwicklungen und strategische Überlegungen. Frankfurt am Main entwickelte sich als traditionelles Zentrum der Metallindustrie zum natürlichen Sitz der IG Metall. Die Nähe zu Unternehmenszentralen, Arbeitgeberverbänden und Industriebetrieben erleichtert Tarifverhandlungen. Hannover als Sitz der IG BCE spiegelt die Bedeutung der chemischen Industrie und Energiewirtschaft in Niedersachsen wider. Hamburg als Hafenstadt und Zentrum der Lebensmittelindustrie bietet ideale Bedingungen für die NGG.

Die regionale Mitgliederverteilung folgt anderen Mustern als die Hauptsitzstandorte. Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg als bevölkerungsreichste und industriell geprägte Bundesländer weisen die höchsten absoluten Mitgliederzahlen auf. Der Organisationsgrad variiert jedoch erheblich zwischen alten und neuen Bundesländern. Westdeutsche Regionen erreichen traditionell höhere Werte. Ostdeutsche Bundesländer verzeichnen trotz anfänglich hoher Mitgliederzahlen nach der Wiedervereinigung heute deutlich niedrigere Organisationsgrade.

Die deutsche Gewerkschaftslandschaft durchlebt fundamentale Veränderungen. Mitgliederverluste prägen die Entwicklung seit den 1990er Jahren. Der DGB schrumpfte von elf Millionen (1991) auf 5,58 Millionen Mitglieder (2024). Das ist ein Rückgang von fast 50 Prozent. Diese Entwicklung resultiert aus dem Strukturwandel der Wirtschaft, dem Rückgang industrieller Arbeitsplätze und veränderten Erwerbsbiografien. Atypische Beschäftigungsverhältnisse, befristete Verträge und Solo-Selbstständigkeit erschweren die gewerkschaftliche Organisierung erheblich.

Digitalisierung und New Work stellen Gewerkschaften vor neue Herausforderungen. Remote Work, Plattformökonomie und KI-gestützte Arbeitsprozesse erfordern innovative Organisationsformen. Erste Ansätze zeigen sich mit der Youtubers Union oder gewerkschaftlichen Initiativen für Crowdworker. Die traditionelle Betriebsratsarbeit erreicht Beschäftigte in Co-Working-Spaces oder Home-Office schwerer. Gewerkschaften experimentieren mit digitalen Kommunikationskanälen, Online-Beratung und virtuellen Mitgliederversammlungen.

Spartengewerkschaften gewinnen an Bedeutung. Berufsgruppen mit hoher Spezialisierung und Verhandlungsmacht gründen eigene Organisationen. Die GDL demonstriert mit erfolgreichen Arbeitskämpfen die Durchsetzungsfähigkeit kleiner, homogener Gewerkschaften. Der Marburger Bund vertritt Klinikärzte effektiver als große Dachverbände. Diese Entwicklung führt zu Tarifpluralismus und erschwert die Koordination zwischen Gewerkschaften. Sie zeigt aber auch die Notwendigkeit branchenspezifischer Expertise für erfolgreiche Interessenvertretung.

Welche Arten von Gewerkschaften gibt es?

DGB-Gewerkschaften bilden die größte Gruppe. Der Deutsche Gewerkschaftsbund vereint acht Branchengewerkschaften: IG Metall, ver.di, IG BCE, IG BAU, GEW, EVG, NGG und GdP. Diese Industriegewerkschaften folgen dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft, unabhängig von politischer oder religiöser Ausrichtung. Jede DGB-Gewerkschaft deckt einen spezifischen Wirtschaftsbereich ab. Das reicht von der Metallindustrie über öffentliche Dienste bis zur Polizei.

DBB-Gewerkschaften konzentrieren sich auf den öffentlichen Dienst. Der dbb beamtenbund und tarifunion organisiert Beamte, Angestellte und Arbeiter in Verwaltung, Bildung, Sicherheit, Justiz und weiteren staatlichen Bereichen. Seine Mitgliedsorganisationen reichen von der Deutschen Steuer-Gewerkschaft über die Deutsche Polizeigewerkschaft bis zum Verband Bildung und Erziehung. Im öffentlichen Dienst konkurrieren DBB-Gewerkschaften mit DGB-Gewerkschaften wie ver.di, GEW und GdP um Mitglieder.

Christliche Gewerkschaften verfolgen einen wertebasierten Ansatz. Der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands umfasst zwölf Einzelgewerkschaften mit 280.000 Mitgliedern. Die Christliche Gewerkschaft Metall besitzt Tariffähigkeit. Andere CGB-Mitglieder wie der DHV verloren diese Eigenschaft aufgrund geringen Organisationsgrads. CGB-Gewerkschaften betonen christliche Soziallehre und sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit stärker als Arbeitskampfmaßnahmen.

Unabhängige Berufsgewerkschaften vertreten spezialisierte Gruppen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, der Marburger Bund, die Vereinigung Cockpit und die Gewerkschaft der Flugsicherung organisieren sich außerhalb der Dachverbände. Sie erreichen in ihren Branchen Organisationsgrade bis 80 Prozent. Ihre Homogenität ermöglicht präzise Interessenvertretung und entschlossene Arbeitskämpfe. Kritiker bemängeln jedoch die Zersplitterung der Gewerkschaftslandschaft und potenzielle Privilegierung einzelner Berufsgruppen.

Für wen ist eine Liste Gewerkschaften Deutschland relevant?

Arbeitnehmer nutzen Gewerkschaftslisten zur Orientierung. Wer seine Rechte am Arbeitsplatz stärken möchte, muss zunächst die zuständige Gewerkschaft identifizieren. Ein Branchenverzeichnis aller Gewerkschaften ermöglicht die schnelle Zuordnung. Beschäftigte in Metall- und Elektroindustrie wenden sich an die IG Metall. Angestellte im öffentlichen Dienst kontaktieren ver.di oder DBB-Gewerkschaften. Lehrkräfte finden bei der GEW ihre Vertretung. Diese gezielte Zuordnung vermeidet zeitraubende Recherchen und beschleunigt den Weg zur passenden Interessenvertretung.

Marketing- und Vertriebsteams profitieren von strukturierten Firmendatenbanken. Adresslisten deutscher Gewerkschaften erschließen einen spezifischen B2B-Markt für Dienstleister, Softwareanbieter und Beratungsunternehmen. Gewerkschaften benötigen IT-Infrastruktur, Rechtsberatung, Schulungsangebote und Veranstaltungsdienstleistungen. Eine vollständige Liste mit Kontaktdaten, Hauptsitzen und Mitgliederzahlen ermöglicht gezielte Akquise. Besonders Anbieter von Lösungen für Mitgliederverwaltung, digitale Kommunikation oder Tarifrechner finden hier relevante Ansprechpartner.

Wissenschaftler und Marktforscher benötigen Gewerkschaftsverzeichnisse für empirische Analysen. Studien zu Arbeitsbeziehungen, Tarifpolitik oder Organisationssoziologie erfordern vollständige Datensätze. Die Entwicklung von Mitgliederzahlen, Organisationsgraden und Tarifbindung lässt sich nur mit präzisen Informationen zu allen Gewerkschaften erfassen. Vergleichende Analysen zwischen Branchen oder internationalen Gewerkschaftssystemen setzen detaillierte Firmenlisten voraus. Universitäten, Forschungsinstitute und Stiftungen nutzen solche Wirtschaftsdaten regelmäßig.

Procurement-Abteilungen und Personalverantwortliche verwenden Gewerkschaftslisten strategisch. Unternehmen müssen Tarifverträge kennen, die für ihre Branche gelten. Die Identifikation der zuständigen Gewerkschaft ist Voraussetzung für Tarifverhandlungen. Personalplaner kalkulieren Lohnkosten präziser, wenn sie wissen, welche Gewerkschaften in ihrer Region aktiv sind. Auch bei Betriebsratsgründungen oder Mitbestimmungsfragen liefern Gewerkschaftsübersichten wertvolle Hintergrundinformationen.

Datenverfügbarkeit: Gewerkschaften

Übersicht der verfügbaren Datenfelder für Gewerkschaften in Deutschland.

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Häufig gestellte Fragen

Welche 8 Gewerkschaften gibt es in Deutschland?
Der Deutsche Gewerkschaftsbund vereint acht Mitgliedsgewerkschaften: IG Metall (2,26 Millionen Mitglieder), ver.di (1,99 Millionen), IG BCE (637.623), IG BAU (254.525), GEW (278.243), EVG (189.975), NGG (199.921) und GdP (185.153). Diese DGB-Gewerkschaften decken alle Wirtschaftsbereiche ab, von der Industrie über Dienstleistungen bis zum öffentlichen Dienst. Gemeinsam organisieren sie 5,58 Millionen Beschäftigte und bilden damit die größte Arbeitnehmervertretung in Deutschland. Jede Gewerkschaft vertritt spezifische Branchen und Berufsgruppen mit maßgeschneiderten Tarifverträgen und Beratungsangeboten.
Welche sind die größten Gewerkschaften in Deutschland?
Zu den größten Gewerkschaften in Deutschland zählen unter anderem IG Metall, ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, IGBCE – Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, GEW – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und GdP – Gewerkschaft der Polizei. Eine Übersicht mit 10 Unternehmen, Sitz und Website finden Sie im Abschnitt „10 der größten Gewerkschaften in Deutschland“ weiter oben.
Welche Gewerkschaften gibt es für welche Berufsgruppen?
Die Zuordnung folgt dem Branchenprinzip. IG Metall vertritt Beschäftigte in Metall- und Elektroindustrie, Textil, Holz und IT. Ver.di organisiert Dienstleistungsbranchen wie Handel, Banken, Transport, Medien und öffentlichen Dienst. IG BCE ist zuständig für Bergbau, Chemie und Energie, IG BAU für Bau, Agrar und Umwelt. Die GEW vertritt Lehrkräfte und Wissenschaftler, EVG Eisenbahner und Verkehrsbeschäftigte, NGG die Branchen Nahrung, Genuss und Gaststätten. Die GdP organisiert Polizeibeschäftigte bundesweit. Neben diesen gibt es spezialisierte Berufsgewerkschaften für Lokomotivführer, Ärzte und Piloten.
Welche Gewerkschaft ist die stärkste in Deutschland?
Die IG Metall ist mit 2,26 Millionen Mitgliedern die größte Einzelgewerkschaft Deutschlands und weltweit eine der mitgliederstärksten Industriegewerkschaften. Sie verhandelt Tarifverträge für zentrale Branchen der deutschen Wirtschaft, von der Automobilindustrie über Maschinenbau bis zur Elektroindustrie. Ihr politischer Einfluss reicht weit über tarifpolitische Fragen hinaus. Mit einem Jahreseinkommen von 642 Millionen Euro aus Beiträgen (Stand 2024) verfügt sie über erhebliche finanzielle Ressourcen für Arbeitskämpfe und Organisationsarbeit. Ihre Tarifabschlüsse setzen oft Standards für andere Branchen.
Welche Gewerkschaft gehöre ich an?
Die Zuständigkeit richtet sich nach Ihrer Branche und Ihrem Beruf. Beschäftigte in Metall-, Elektro- und Textilbetrieben gehören zur IG Metall. Angestellte in Dienstleistungen, Handel, öffentlichen Einrichtungen oder Krankenhäusern finden bei ver.di ihre Vertretung. Lehrkräfte und Erzieher organisieren sich in der GEW, Beschäftigte in Chemie und Energie bei der IG BCE. Beamte können zwischen DGB-Gewerkschaften und dem dbb beamtenbund wählen. Der DGB bietet auf seiner Website einen interaktiven Wegweiser, der anhand Ihres Berufs die passende Gewerkschaft vorschlägt. Sie können sich auch direkt an mehrere Gewerkschaften wenden.
Wie hat sich der Organisationsgrad in Deutschland entwickelt?
Der Organisationsgrad sank kontinuierlich von 34,2 Prozent (1960) über 33,6 Prozent (1980) und 21,3 Prozent (2000) auf 16,12 Prozent (2007). Diese Entwicklung spiegelt den Strukturwandel von Industrie zu Dienstleistungen, die Zunahme atypischer Beschäftigung und veränderte Erwerbsbiografien wider. Besonders ausgeprägt war der Rückgang in den 1990er Jahren nach der Wiedervereinigung. Ostdeutsche Bundesländer weisen heute deutlich niedrigere Organisationsgrade auf als westdeutsche Regionen. International liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld, deutlich unter skandinavischen Ländern. Der Trend zeigt weiterhin nach unten.
Welche Rechte haben Gewerkschaften in Deutschland?
Gewerkschaften besitzen das alleinige Recht zum Abschluss von Tarifverträgen. Sie können Arbeitskampfmaßnahmen wie Streiks und Warnstreiks durchführen, sofern friedliche Verhandlungen scheitern. Das Betriebsverfassungsgesetz räumt ihnen das Recht ein, Betriebsratswahlen zu initiieren. In Arbeitsgerichten benennen sie ehrenamtliche Richter. Zudem vertreten Gewerkschaften Arbeitnehmerinteressen in Sozialversicherungen, bei der Bundesagentur für Arbeit, in Rundfunkräten und Landesmedienanstalten. Diese Rechte sind grundgesetzlich durch die Koalitionsfreiheit geschützt. Sie sind unveräußerlich und bilden einen Kernbestandteil der deutschen Demokratie. Die Liste Gewerkschaften Deutschland zeigt eine differenzierte Organisationslandschaft mit drei großen Dachverbänden, acht DGB-Gewerkschaften und zahlreichen spezialisierten Berufsvertretungen. Mit 5,58 Millionen DGB-Mitgliedern, 1,3 Millionen im dbb und 280.000 im CGB organisieren Gewerkschaften weiterhin Millionen Beschäftigte. Trotz sinkender Organisationsgrade seit den 1990er Jahren bleiben sie unverzichtbare Tarifpartner und zentrale Akteure der Sozialen Marktwirtschaft. Für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Marktforscher und Dienstleister bietet eine vollständige Übersicht deutscher Gewerkschaften wertvolle Orientierung in diesem komplexen System der Interessenvertretung.

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