Kurz gesagt: Eine B2B-Datenbank lohnt sich, wenn ein Vertriebsteam das ganze Jahr über neue Ansprechpartner sucht und dafür Durchwahlen, Kaufsignale oder eine CRM-Anbindung braucht. Eine gekaufte Firmenliste lohnt sich, wenn Sie für eine Aktion oder ein Gebiet viele Firmen auf einmal brauchen: Sie zahlen einmal, ohne Abo, und dürfen die Daten in der Regel dauerhaft für eigene Zwecke nutzen. Für einzelne Firmen reichen oft kostenlose Register.
Wir vergleichen Anbietertypen, keine einzelnen Marken. So wissen Sie, welches Modell passt, bevor Sie Angebote einholen.
Was ist eine B2B-Datenbank, was ist eine Firmenliste?
Eine B2B-Datenbank ist ein Onlinezugang zu Firmen- und Kontaktdaten. Sie suchen und filtern in der Oberfläche und exportieren Kontakte im Rahmen Ihres Kontingents. Bezahlt wird meist per Abo pro Nutzer oder über Credits. Viele Datenbanken liefern zusätzlich Ansprechpartner mit Funktion, Durchwahlen, eingesetzte Technologien oder Hinweise auf Kaufinteresse.
Eine Firmenliste ist ein einmaliger Export: alle Firmen einer Branche in einer Region, als Excel- oder CSV-Datei. Sie bezahlen pro Firma oder pro Liste und arbeiten danach mit der Datei, ohne laufenden Vertrag.
Neben dem Datenumfang unterscheidet sich vor allem das Nutzungsmodell: laufender Zugang gegen einmaligen Kauf.
Die sechs Anbietertypen im Überblick
Die sechs Typen unterscheiden sich vor allem darin, ob Sie für laufenden Zugang oder für eine Datei bezahlen und ob Sie Firmen oder Personen bekommen.
| Anbietertyp | Typische Daten | Preismodell | Passt für |
|---|---|---|---|
| Sales-Intelligence-Plattform | Ansprechpartner, Durchwahlen, Kaufsignale, CRM-Anbindung | Abo pro Nutzer, oft mit Jahresbindung | Vertriebsteams mit laufender Akquise |
| Wirtschaftsauskunftei | Firmendaten, Bonität, Finanzkennzahlen, Beteiligungen | Lizenz auf Anfrage, oft einmalig oder jährlich | Bonitätsprüfung, Analyse großer Firmen |
| Listenanbieter | Firma, Anschrift, Telefon, Website, E-Mail, Branche | Preis pro Firma oder pro Liste, einmalig | Mailings, Telefonaktionen, Gebietsplanung |
| Self-Service mit Credits | Firmendaten, teils Kontakte | Guthabenpakete oder kleines Monatsabo | Unregelmäßiger, mittlerer Bedarf |
| Datenanreicherung | Ergänzt vorhandene Datensätze um Kontakte oder E-Mails | Credits pro Suche | Bestehende Listen vervollständigen |
| Kostenlose Register | Handelsregister, Unternehmensregister | Kostenlos, Einzelabruf | Wenige Firmen prüfen |
Sales-Intelligence-Plattformen
Der Kern ist die Personensuche: Wer ist Vertriebsleiter bei Firma X, und wie erreiche ich ihn? Die Stärke liegt bei mittleren und großen Unternehmen, oft international. Kleine Betriebe und Handwerker sind schwächer abgedeckt, weil es dort selten öffentliche Angaben zu Ansprechpartnern gibt.
Wirtschaftsauskunfteien
Sie liefern geprüfte Firmendaten mit Finanz- und Bonitätsangaben. Preise gibt es meist nur auf Anfrage. Wichtig ist das Lizenzmodell: Häufig sind die Daten nur für einen Zeitraum lizenziert und müssen danach gelöscht werden.
Listenanbieter
Sie verkaufen Firmen nach Branche und Region als Datei. Der Preis pro Firma liegt meist zwischen 0,05 und 0,40 € (Stand Oktober 2026) und sinkt mit der Listengröße. Namentliche Ansprechpartner sind die Ausnahme, Telefon und Website die Regel.
Self-Service mit Credits, Datenanreicherung und Register
Credit-Modelle liegen zwischen Abo und Einmalkauf, verfallen aber oft nach einer Frist. Anreicherungstools lohnen sich, wenn Sie schon eine Liste haben und nur einzelne Felder ergänzen wollen. Das Handelsregister und das Unternehmensregister sind kostenlos, eignen sich aber für Einzelabfragen, nicht für den Export ganzer Branchen.
Was kostet welches Modell? Zwei Rechenbeispiele über 12 Monate
Die Preise unten sind typische Spannen aus öffentlichen Preisangaben und Vergleichsseiten, Stand Oktober 2026. Weil viele Plattformen keine Preise nennen, sind sie nur Richtwerte.
| Modell | Typischer Preis |
|---|---|
| Abo-Einstieg pro Nutzer | ca. 25–100 € pro Monat, mit begrenztem Kontingent (oft rund 100–200 Kontakte) |
| Abo mit größerem Kontingent | ca. 390–990 € pro Monat |
| Enterprise-Abo | geschätzt 6.000–12.000 € pro Nutzer und Jahr |
| Firmenliste | ca. 0,05–0,40 € pro Firma, einmalig |
Beispiel 1: eine Aktion mit 3.000 Firmen. Sie wollen alle Firmen einer Branche in Ihrem Bundesland einmal anschreiben und nachtelefonieren.
- Firmenliste (Annahme: 0,25 € pro Firma, unser Preis bis 4.999 Firmen): 3.000 × 0,25 € = 750 €, einmalig.
- Abo-Einstieg: Mit 100–200 Kontakten pro Monat brauchen Sie 15 bis 30 Monate für 3.000 Firmen. Schneller geht es nur mit einem Abo mit größerem Kontingent. Bei Jahresbindung zahlen Sie dafür (zwölf Monatsbeiträge) rund 4.700–11.900 €.
Beispiel 2: zwei Vertriebler, ganzjährige Akquise auf Entscheider. Sie brauchen jeden Monat neue Ansprechpartner mit Funktion und Durchwahl.
- Abo: bei Enterprise-Preisen rund 12.000–24.000 € pro Jahr für zwei Nutzer.
- Firmenliste: 10.000 Firmen kosten bei 0,10 € pro Firma 1.000 €. Aber in unserem Bestand haben nur 9 % der Firmen einen namentlichen Ansprechpartner. Den Rest müssten Ihre Vertriebler selbst recherchieren.
Im ersten Fall ist die Liste um ein Vielfaches günstiger. Im zweiten Fall kaufen Sie mit dem Abo die Recherche ein, die sonst Ihr Team übernehmen müsste.
Preis pro verwertbarem Kontakt: warum Füllquoten zählen
Die Füllquote zeigt, bei wie vielen Datensätzen ein Feld tatsächlich gefüllt ist. Erst mit ihr sehen Sie, was ein nutzbarer Kontakt kostet. So sieht unser Bestand im Oktober 2026 aus, gerechnet für eine Liste mit 3.000 Firmen zu 750 €:
| Feld | Füllquote | Preis pro verwertbarem Kontakt |
|---|---|---|
| Telefon | 88 % | ca. 0,28 € |
| Website | 60 % | ca. 0,42 € |
| 50 % | ca. 0,50 € | |
| Namentlicher Ansprechpartner | 9 % | ca. 2,78 € |
Für Telefon- und Briefaktionen an die Firma ist eine Liste sehr günstig. Für personalisierte Ansprache von Entscheidern ist sie es nicht, weil die Namen fehlen. Fragen Sie jeden Anbieter nach seinen Füllquoten. Bei Datenbanken gilt dasselbe für Durchwahlen und Mobilnummern.
Nutzungsrechte, Laufzeit und Kündigung
Dieser Punkt entscheidet über die echten Kosten, steht aber selten auf der Preisseite.
- Was passiert nach dem Abo? Bei vielen Datenbanken und Auskunfteien ist die Nutzung an die Vertragslaufzeit gebunden. Prüfen Sie, ob exportierte Daten nach der Kündigung gelöscht werden müssen.
- Mindestlaufzeit und Verlängerung: Jahresverträge mit Vorauszahlung und automatischer Verlängerung sind üblich. Prüfen Sie Kündigungsfrist und Verlängerungsklausel vor der Unterschrift.
- Verfallende Credits: Ungenutzte Credits verfallen oft am Monats- oder Vertragsende.
- Einmalkauf: Bei gekauften Listen ist das Nutzungsrecht meist dauerhaft, aber auf eigene Zwecke beschränkt. Bei uns zum Beispiel erhalten Sie ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht für eigene Marketing- und Vertriebszwecke. Die Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.
Datenschutz: Firmendaten sind nicht gleich Personendaten
Firmenname, Anschrift und zentrale Telefonnummer einer GmbH sind keine personenbezogenen Daten (Erwägungsgrund 14 DSGVO). Namen von Ansprechpartnern, Durchwahlen und persönliche E-Mail-Adressen wie vorname.nachname@firma.de sind es, ebenso in der Regel die Daten von Einzelunternehmen, deren Firmenname den Inhaber nennt. Für sie gelten die Regeln der DSGVO, auch im B2B-Geschäft.
Je mehr personenbezogene Daten ein Modell liefert, desto mehr müssen Sie beachten: Rechtsgrundlage, Informationspflicht gegenüber den Betroffenen und Widerspruchsrecht. Für die Ansprache gilt unabhängig vom Anbieter das Wettbewerbsrecht: Werbe-E-Mails brauchen grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch an Firmen (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Was beim Kauf und bei der Nutzung von Adressen erlaubt ist, erklären wir ausführlich im Ratgeber Firmenadressen kaufen: Was ist erlaubt?, auch die Regeln für Werbeanrufe. Dieser Abschnitt gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.
Wann eine B2B-Datenbank die bessere Wahl ist
- Sie brauchen viele namentliche Entscheider mit Durchwahl oder Mobilnummer.
- Mehrere Vertriebler akquirieren laufend, nicht nur in einzelnen Aktionen.
- Sie wollen Kaufsignale nutzen, etwa Stellenanzeigen, Websitebesuche oder Finanzierungsrunden.
- Ihre Daten sollen sich automatisch im CRM aktualisieren.
- Ihre Zielkunden sind große oder internationale Unternehmen.
- Sie brauchen Bonitäts- und Finanzdaten. Dann ist eine Wirtschaftsauskunftei das passende Modell.
Wann eine Firmenliste die bessere Wahl ist
- Sie planen ein Mailing, eine Telefonaktion oder eine Gebietsplanung mit vielen Firmen auf einmal.
- Ihre Zielgruppe sind kleine Betriebe, Handwerk oder lokale Dienstleister, die Plattformen schwach abdecken.
- Sie wollen kein Abo und die Daten dauerhaft in Ihrem CRM behalten.
- Ihr Budget ist begrenzt und Sie sprechen die Firma an, nicht eine bestimmte Person.
Entscheidungshilfe in fünf Fragen
- Wie oft brauchen Sie neue Kontakte? Einmal oder quartalsweise: Liste. Jede Woche: Datenbank.
- Wen sprechen Sie an? Die Firma: Liste. Eine bestimmte Funktion mit Namen: Datenbank.
- Über welchen Kanal? Brief und Telefon an die Zentrale: Liste. Persönliche Durchwahl oder LinkedIn: Datenbank.
- Wie viele Nutzer? Ein Nutzer mit gelegentlichem Bedarf: Liste oder Credits. Ein Team: Datenbank.
- Was passiert mit den Daten nach dem Vertrag? Wenn Sie sie behalten wollen: Kauf statt Abo.
Sie können beides kombinieren: Kaufen Sie eine Liste aller Firmen Ihres Gebiets und recherchieren Sie Ansprechpartner nur für die besten Zielkunden nach, per Datenbank oder von Hand. So zahlen Sie für teure Personendaten nur dort, wo es sich lohnt.
Was kostet eine Firmenliste bei branchenlisten.de?
Sie wählen Branche, Region und Pflichtfelder, sehen vor der Bestellung Anzahl und Preis und zahlen einmalig: 0,25 € pro Firma bis 4.999 Firmen, ab 25.000 Firmen 0,05 € (Stand Oktober 2026). Kein Abo, kein Mindestbestellwert. Alle Stufen stehen auf der Seite Preise für Firmenlisten. Einen Überblick über die Preise im ganzen Markt gibt unser Ratgeber Was kosten Firmenadressen?
Häufige Fragen
Gibt es eine kostenlose B2B-Datenbank?
Handelsregister und Unternehmensregister sind kostenlos, liefern aber Einzelabfragen und keine exportierbaren Branchenlisten. Kostenlose Testzugänge von Datenbanken sind meist auf wenige Kontakte begrenzt.
Sind die Daten in einer Datenbank aktueller als in einer Liste?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, wie oft der Anbieter seinen Bestand prüft. Fragen Sie nach dem Datum der letzten Aktualisierung und testen Sie eine Stichprobe.
Darf ich gekaufte Daten in mein CRM übernehmen?
Das hängt vom Nutzungsrecht ab. Bei einem dauerhaften Nutzungsrecht ja, bei Abo-Modellen oft nur während der Vertragslaufzeit. Lassen Sie sich das vor dem Kauf schriftlich bestätigen.
Lohnt sich eine Datenbank für kleine Unternehmen?
Wenn Sie nur gelegentlich Kontakte brauchen, meist nicht. Ab einem Abo mit größerem Kontingent übersteigen die Jahreskosten schnell den Preis mehrerer Firmenlisten.